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Mittwoch, 26. November 2014

Gepudert und eingewickelt

Zum ersten mal in meinem Leben habe ich Stollen gebacken. Seit Jahren will ich schon den Versuch starten, aber dann blieb es doch immer bei den altbewährten, traditionellen ungarischen Mohn- und Walnussrollen. Als meine Freundin mit der Idee kam, gemeinsam Stollen zu backen, war ich gleich dabei. Gebacken haben wir nach diesem Rezept. Ja, unglaublich aufwändig, die Arbeit schon fast hochkonzentriert und mit Fingerspitzengefühl. Schließlich möchte man ja alles richtig machen. 
Es hat sich - zumindest nach dem Aussehen - gelohnt. Wie es schmeckt, werden wir erst Weihnachten erfahren.



Bis dahin liegen sie gut gebuttert und gepudert schön eingewickelt und in Leinentücher eingeschlagen im kühlen Wäschekammer und dürfen langsam das volle Aroma entwickeln. 
Und weil es so viel Spaß gemacht hat werde ich mit dem traditionellen Rezept etwas experimentieren und am Wochenende einen Cranberry-Marzipanstollen backen. Morgen muss ich mit den Vorbereitungen anfangen, die Zubereitungszeit liegt nämlich zwischen  51,5 und 75,5 Stunden. Vielleicht lasse ich noch einen Stück Teig über und backe zum Sofortverzehr noch einen Kartoffelkuchen. 


Ab dieses Jahr wird eine weitere Tradition weitergeführt.  Stollenbacken für die Weihnachtszeit! Die Ungaren bleiben natürlich. Sie werden kurz vor den Festigkeiten gebacken. 

Dienstag, 25. November 2014

Winterfenster

Es ist noch November, also Spätherbst. Ich verweile gerne bis zu den allerletzten Tagen mit den Jahreszeiten und lasse sie ungern zu früh weiterziehen, gerade wenn sie sich von ihrer schönsten Seite zeigen. So ist es mit diesem goldenen Herbst auch. Er ist immer noch zu bunt und sanft, um einfach Adieu zu sagen, aber am Sonntag ist erster Advent und Advent ist im Winter, mit oder ohne Schnee.

Die Stadt wird schon seit Wochen geschmückt und verwandelt sich in ein Lichtermeer, die Weihnachtsbuden und Karussel sind aufgestellt und warten auf ihre offizielle Eröffnung. Die Schaufenster präsentieren sich von ihrer schönsten Seite und versprechen eine zauberhafte Weinhachtszeit.

Dieses Jahr durfte ich wieder eine Winterlandschaft auf eine Scheibe pinseln - diesmal für den schönen Schuhladen Lia´s in Hannover - und damit den Winter richtig zur Schau zu stellen. Wenn der Nikolaus die vielen hübschen Schuhe durch das winterliche Schaufenster entdeckt, wird er bestimmt die neuen kleinen und großen Besitzer suchen.


Die erste weiße Scheibenmalerei habe ich 2010 für unseren damals noch bestehenden kleinen Laden gemacht und hier im Blog gezeigt. Dieses Bericht ist der beliebteste Post auf meinem Blog. Selbst mein Engelfenster ein Jahr später steht dem ersten im Schatten.

Seitdem habe ich schon einige Schaufenster für verschiedene Läden bemalt, aber die Lieblingsmotive bleiben in dieser Jahreszeit  immer der Winterwald mit seinen Tieren.


Reelein und Schnee-Eule dürfen nie fehlen. Die sind die Favoriten der meisten Kinder.


Auch Hasen und Eichhörnchen finden meist ein Plätzchen.




Vielleicht kommen nächstes mal Fuchs und Dachs dazu, oder eine Schneekönigin?
Ich liebe diese Schaufenstermalerei.
Das Schöne ist daran, dass man sie mit wenig Aufwand in ein Frühlingsbild verwandeln kann, wenn die Zeit gekommen ist.

Jetzt muss ich wirklich anfangen, um pünktlich zum ersten Advent auch unserer Wohnung ein wenig Winterpracht zu verleihen. Ab dann darf es dann langsam das Weihnachts- und Wintergefühl wachsen.


Dienstag, 18. November 2014

Pastinakencremesuppe mit Petersilien Gremolata

Kaum, dass ich gestern meine Hymne über den schönen goldenen Herbst ausgesprochen habe, zeigt er sich von seiner anderen Seite. Nass, regnerisch, windig, kalt und dunkel, als ob er jetzt sagen wollte: jetzt ist Schluss mit Lustig. Macht euch bereit auf meinen Winterfreund!
Wir taten es mit einem warmen Süppchen. Fein duftend, cremig, heiß und wunderbar aromatisch. Vielleicht stimmt es sogar den November um und er reicht seinen Jahreszeitenstab ganz sanft weiter. 



3 Pastinaken (etwa 500-600 gr) schälen und in kleine Würfel schneiden. 2 Schalotten oder eine Zwiebel fein hacken. Die gehackte Zwiebel in etwa 2 EL Butter glasig dünsten. Von den Pastinaken eine gute Handvoll beiseite stellen, den Rest zu den Zwiebeln geben und einige Minuten mitdünsten, Mit 100 ml Weißwein ablöschen, einmal kurz aufkochen und mit 500 ml Gemüsebrühe aufgießen und bei kleiner Hitze in etwa 20 Minuten weich garen. 
Das ganze mit dem Pürierstab cremig-weich pürieren, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat und ein Spritzer Zitronensaft abschmecken, falls sie zu dickflüssig sein sollte, mit Brühe angießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. (Die Suppe sollte nicht zu flüssig werden). Einmal kurz aufkochen. Die Sahne halbsteif schlagen und kurz vor dem Servieren vorsichtig unter die Suppe heben. Etwas von den gerösteteten Pastinakenwürfelchen auf die Suppe geben und mit dem Gremolata servieren. 

Die handvoll beiseite gestellte Pastinakenwürfel in 1 EL Butter goldbraun rösten. 

Für die Gremolata eine Knoblauchzehe und ein Bund glatte Petersilie ganz fein hacken, die Schale von einer Biozitrone abreiben und das ganze mit 3 Eßl Olivenöl mischen. 

Die Suppe lässt sich auch genauso gut mit Petersilienwurzel zubereiten. 

Montag, 17. November 2014

Herbstzeiten

Langsam, gemächlich, sanft und wunderschön zieht der Herbst dieses Jahr an uns vorbei.



Kann mich gar nicht erinnern, jemals so viel Zeit in dieser Jahreszeit im Freien verbracht zu haben, wie dieses Jahr.


Wir haben jede freie Minute genutzt, um rauszugehen. Raus aus der Wohnung und raus aus der Stadt, um Wanderungen in Herbstwäldern, lange Spaziergänge auf unendlichen Feldern, Wiesen und Seen zu genießen, und ein wenig inne zu halten.



Kürbis-Apfel- und andere Hoffeste bereicherten die Wochenenden und ihre Gaben unseren Speiseplan.


Vieles haben wir neu- und so Einiges wiederentdeckt.
Man sehnt sich so oft in die Ferne, ohne einen Blick für die Schönheiten vor der eigenen Haustür zu werfen. Diesmal haben wir so einiges nachgeholt.



Nun segelt das Jahreszeitenboot weiter Richtung Winter.



Die Tage werden immer kürzer und kühler, die Schatten schon früh ganz lang.  



Wir werden uns vielleicht öfter in die Schutz der eigenen vier Wände zurückziehen müssen, aber bis dahin genießen wir die allerletzten Momente des goldenen Spätherbstes.



Der Alltag mit unserem Schulkind, Hund und die analogen Momente fordern momentan etwas mehr Zeit ein. Für lange Blogbeiträge und tolle Fotos fehlte oft die Zeit und Energie. Ich versuche wieder regelmäßig hier zu berichten. Bei Instagram gibt es aber fast täglich einige Schnappschüsse, wie diese. Freu mich, wenn ich dort auch vorbeischaut.

Liebe Grüße und einen schönen Herbstausklang wünsche ich Euch!

Mittwoch, 12. November 2014

Mittwoch im Mittelpunkt - Lichterfest



St Martin kam gestern vorbei, sein Weg wurde mit vielen hübschen Lichtern beleuchtet.

Schön ist es an den frühen dunklen Tagen den leuchtenden Laternen zu folgen.
Viele Martins- und Laternenumzüge - mit und ohne Pferd, kleine und riesengroße, in Parks und Straßen, von Kirchen, Stadt, Stadtteilen, Schulen und Kindergärten organisiert, mit Spielmannszug, Blasorchestern, mal mehr, mal weniger singend mit vielen bunten, kreativen oder gekauften Laternen, Leuchtstäben und Flackerbändern  - zogen in den letzten Wochen vorbei. Eine besondere Stimmung liegt in der Luft, wenn unzählige kleine Lichter die dunklen Wege beleuchten, auch wenn nur wenig Kerzenlicht flattert.


Besonders schön fand ich gestern Emils erstes Martinsfest in der (waldorf)Schule.
Schon vor dem Ferien wurden die Laternen im Unterricht gebastelt und warteten dort bis zum Festanfang auf ihre stolze Besitzer.



Die Zweitklässler spielten für die erste Klasse, für Eltern und Geschwistern, als kleines Theaterstück die Martinsgeschichte vor. Nächstes Jahr dürfen die Kleinen vorne stehen. Dann sind sie schon groß und werden die langen Reimtexte und Lieder auswendig können und vielleicht sogar als Musikanten die begleiten zu können.
Wenig später zog die singende Lichterschar durch die Wiesen um die Schule. Auf den dunklen Wegen waren wir auf das flackernde Kerzenlicht in den Laternen wirklich angewiesen, die Schritte musste man in der Dunkelheit langsam und behutsam setzen.

Der Nachtwächter wartete auf seine kleinen Mitarbeiter auf dem Schulhof, erzählte noch eine Geschichte von seinem Raben, dem Rathausturm und den Stadtlichtern.
Natürlich bekam er als Dankeschön noch ein kleines Ständchen und wurde mit den duftenden, vom Erstklässler am Vormittag frisch gebackenen Brötchen bewirtet, bevor der Rest aus den großen Körben in kleine, teilende Hände wanderte.


So zog St. Martin vorbei und nahm die goldenen, milden Herbsttage mit sich.
Ich wünsche Euch noch einige letzte schöne Novembertage, bis bald die Adventssterne leuchten.

Mittwoch suche ich den Mittelpunkt.
Ist es die Arbeit, die Wäscheberge, abends ein schönes Buch, Musik oder ein Film zum abschalten, um weitermachen zu können, ein neues Rezept, was man kaum erwarten kann nachzukochen, eine neues Kleid, die Urlaubsplanung, ein tolles Gespräch, oder jemand, der unsere Aufmerksamkeit braucht, oder wir seine. Ist es etwas Schönes, Ärgerliches oder Ermüdendes? Einfach die Mitte eben.
Habt ihr Lust mitzumachen?
Ihr könnt einfach den Link zu Eurem Mittelpunkt-Post im Kommentar  hinterlassen.
Ich bin sehr gespannt was ihr so alles in der Mitte findet.