Freitag, 27. Juli 2012

Dinge über DIY

Mima hat mich eingeladen  Dinge über DIY frei zu erzählen. Es ist gar nicht so einfach, wie ich dachte etwas zu finden, die ich hier noch nicht gezeigt habe. Also entschied ich mich für  meine Geschichte des Selbermachens.

Ich war 13, als ich mein erstes DIY Projekt startete, nur damals wusste ich nicht mal, was DIY ist. Mein nagelneues, dunkelblaues Jeans war einfach nicht cool genug. Es folgten erst auf dem Spielplatz hunderte Rutschgänge auf dem Po und Knien, um die Hose an den Stellen heller zu kriegen. Nach betäubten Hintern und enttäuschenden Ergebnissen bearbeitete ich die mit einem nassen Stein. Ja, es wurde tatsächlich heller und auch dünner der Stoff. Ich bekam Ärger, mit der Drohung, dass ich keine neue Hose bekomme, bis ich diese nicht ausgewachsen habe. Ich war glücklich über diese Lösung. Später habe ich die Hose auch noch gebleicht und ihm ein Batik ähnliches aussehen verpasst. Nach meinem heutigen ästhetischen Empfinden sah es grauenvoll aus. Damals fand is es toll!
Kurz danach folgte das Färben. In den guten Emailtöpfen meiner Mutter färbten wir mit meiner Schwester alles, was in unsere Hände fiel - Röcke, Hosen, Blusen, Turnschuhe.  
War die Farbe nicht mehr so in, wanderte es in den Farbtopf. 
Alle Töpfe waren hin und die Küche eine Farbexplosion. Ich bewundere meine Mama, die uns dabei nie ins Weg stellte. 

Den Rock auf dem Bild  habe ich mindestens 3-mal neu gefärbt. (auf dem Bild in hellrosa). Leider habe ich zu wenig Bilder aus dieser Zeit. Um Peinlichkeiten zu vermeiden aber vielleicht auch besser.

1985


Dann kam das Stricken. Ich strickte Wette mit meiner Schwester. Sie war immer schneller. Ich strickte dafür ausgefallene Muster aus diesem Buch. Jetzt bewundere ich mich dafür. Seitdem hatte ich keine Stricknadel mehr in den Händen. Kann man es verlernen?

"Goldene Hand" -  Strickmusterbuch


Nach einigen zerschnittenen und neu gestalteten T-Shirts und Hemden versuchte ich auch meine Kleider nach Anleitungen zu nähen an Omas alte Nähmaschine. Schon damals ist es mir bewusst geworden, dass ich in dieser Disziplin nicht so viel Talent und Geduld besitze und überließ es unserer Schneiderin, zur Mamas Erleichterung. Trotzdem pflückte ich wochenlang Kirschen im Sommer, um aus dem Geld eine neue Nähmaschine kaufen zu können. 

"Nähschule"


Wegen meinem selbstgestalteten Ohrring  - neongelb gestrichener Schneckenhaus einer Weinbergschnecke, die ich vorher zu unserem Zahnarzt brachte, mit der Bitte, mir ein Loch reinzubohren und nur in einem Ohr trug - musste  meine Mama in der Schule über meinen Bekleidunsstil ein Gespräch führen. Sie verteidigte mich un ich fühlte mich bestätigt.
So endeten die 80-er Jahre.

Die 90-er fingen, als junge Mami an. Ich nähte wieder. Diesmal Vorhänge, Kissen für die este eigene Wohnung und vor allem Babyausstattung. Ich war froh, dass ich meine Nähmaschine hatte.

1994 - schon die zweite ausgestattete Wiege


Ende der 90-er fing ich nun endlich an zu studieren und so langsam wurden aus meinen DIY, FH Projekte. Ich webte, filzte, stickte, strickte, zeichnete, schöpfte Papier und probierte eine neue Technik nach dem anderen. Meine beiden Mädels, damals noch klein, fanden es sehr abenteuerlich z.B den ganzen nachmittag Brennesel zu pflücken und zu zersampfen um grünes Papier schöpfen zu können. Einige Techniken benutze ich immer noch, andere nie wieder probiert. War aber eine tolle Zeit voller Experimente.
gewebt-gefilzt-gefärbt

gestrickt-bestickt

Seit Anfang 2000 gehören einige DIY Projekte zu meiner Arbeit. Ich mach immer noch selbst, nun es heißt meist Design oder Kunst.
"Freudentanz" Wandteppiche - Merinowolle


Einiges bleibt nur in unseren 4 Wänden und verschönert unser Zuhause.

Emils altes Kinderzimmer


Anderes wurde für Kunden handgefertigt. (Wird immer noch, aber nicht in diesem Ausmaß)

Emil und die großen Schwestern - Shop


"Emil und die großen Schwestern Shop

Ich beobachte mit größter Begeisterung die Kreativität meiner Kinder und versuche nicht im Wege zu stehen.Manchmal ist es gar nicht so einfach. Mal schauen wohin es sich entwickelt. Lilly streicht, näht und bastelt für ihre eigene Wohnung und nebenbei arbeitet sie an ihre Mappe für Textildesign. Julia zeichnet und Emil verewigt sich gerne in der Wohnung.

Zeichnung von Julia


Damals noch: Haputsache dabei sein!


Emil "schert"

Knetkunst


Zum Glück habe ich auch einen kreativen männlichen Beistand, der ganz geschickt mit Hammer und Säge zur Seite steht, um die nicht endenden Ideen zu verwirklichen. Immer noch nicht ganz fertig, aber ich hoffe bis spätestens Ende des Sommers ist das Spielhäuschen überall gestrichen. Die Pinselarbeit ist meins.



Seit zwei Jahren lasse ich mich in der virtuellen Welt inspirieren und teile hier auch meine eigene Ideen.

Was noch kommt? Weiß ich nicht, lass uns einfach basteln.



Den Stock reiche ich weiter an die Raumfee, an Mano und an Held§Lykke. Erzählt bitte über Kunst-Kunsthandwerk-Design! 

Wenn ihr möchtet könnt ihr Euch gerne beim Gewinnspiel  noch schnell in den Lostopf springen. Es ist garantiert alles selbstgemacht. 















Kommentare:

  1. liebe éva,
    ein toller blog-post! ich wünsche dir ein wunderschönes wochenende.
    viele grüße
    regina

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  2. Wow, ein toller schöner Rückblick. Und Deine Mama klingt sehr sympathisch. ich finde es wundevoll, daß sie Dich hat machen lassen und Rückendeckung gab.

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  3. Früher haben wir gebastelt, heute machen wir DIY. ;)
    Ich kann dich beruhigen, das Stricken verlernt man nicht. Aber für mich war das immer zu aufwändig. Ich fand die Nähmaschine schon immer besser.

    Hach, deine Wände finde ich einfach WUNDERSCHÖN.
    Überhaupt bist du eine große Inspirationsquelle für mich - und leider auch ein Grund, warum meine Zeit immer knapp ist, zu knapp jedenfalls für die Umsetzung der vielen Ideen.

    Grüße! N.

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  4. Liebe Èva,
    was für ein Wahnsinns-Post! Traumhaft, man möchte garnicht auf hören zu lesen. Toll!!!
    ABER: Trotz aller wunderbaren und genialen künstlerischen Talente - von dir und deinen Lieben - ich finde dein Foto mit dem unglaublichen Blick umwerfend ;-)

    Ich schicke dir ganz liebe Grüße aus dem - wie sollte es anders sein, mal wieder - verregnten Berlin, freue mich auf deinen nächsten Post und genieße jetzt noch mal in Ruhe deine wunderschönen Kunstwerke.

    Alles Liebe, Peggy

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  5. hach wunderschön und in manchem finde ich sogar Paralelen. Nur was du deinen Kindern vorlebst, können sie auch weiterleben, in diesem Sinne machst du das wunderbar. Danke für das zeigen der Bilder, herzlich Piri

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  6. Du siehst wunderschön aus auf dem ersten Foto! Und keineswegs peinlich!

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  7. das war eine wunderbare reise in deine diy vergangenheit. beim lesen der ungarischen buchtitel musste ich an meine biolehrerin denken, die auch aus ungarn kam und ähnliche blicke wie du draufhatte;) ist vielleicht eine ungarische frauenspezialität;)
    (männer aus der gegend habe ich eher mit traurigem hundeblick kennengelernt;)
    sei ganz lieb und samstäglich gegrüßt von birgit

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  8. Liebe Éva,

    ein sehr toller Post! Das Foto von Dir mit dem Kleid --- cool! Dein Shop sieht sowieso super aus! Die Zeichnung von Julia gefällt mir auch sehr gut! Und der Lütte mit der Schere, schaut so süß in die Kamera :-))) Du bist sicherlich auch eine ganz prima Mama :-))
    Darf ich mal in Emil´s Spielhaus kommen und schlafen? Das sieht sooooooooooooooo gemütlich aus!!!!!!!!!!!! (Wenn Emil aufgeräumt hat?!)

    Liebe Grüße
    Corana

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  9. Liebe Èva, was für ein wunderschöner DIY-Rückblick. Deinen neon-gelben Ohrring hätte ich gerne gesehen, was für eine schöne Geschichte. Emil ist so ein süßer Junge. Und: Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar bei mir, ich drück Dir die Daumen. Liebe Grüße, Viola

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  10. Eine tolle Reise, intererssant zu lesen. Ich schätze, bei mir sieht die DIY-Entwicklung ähnlich aus, denn ich habe auch damit angefangen, meine Jeans mit Domestos auszufärben, an den Beinen enger zu näher und Shirts zu ändern... ;-)

    Vielen Dank für deine Glückwünsche, ich habe mich sehr darüber gefreut. Und genauso über die Einladung, etwas über Kunst-Kunsthandwerk und Design zu erzählen. Die Einladung nehme ich gerne an, allerdings wird es ein bißchen dauern, weil ich noch im Vorferienendzeitstreß bin...

    Herzlicher Gruß,
    Katja

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    1. Vergessen: Deien Arbeiten finde ich sowieso unglaublich faszinierend, aber den Knetstuhl finde ich fantastisch! :-)

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  11. da ist ja schon unfassbar tolles zusammengekommen...

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  12. liebe éva, was für ein interessante reise in deine künstlerische vergangenheit - ich fand es so spannend, alles zu lesen und anzuschauen!
    tausend dank für deine einladung. sie hat mich sehr gefreut!! aber auch bei mir wird es noch etwas dauern, weil ich ab dienstag eine kleine blogpause einlege.
    bis bald dann, ganz herzliche grüße, mano

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  13. Liebe Éva,

    hab 1000 Dank für diesen wundervollen Rückblick in deine "DIY-" Vergangenheit und Werdegang. Die 80er Jahre haben wir sehr ähnliche DIY-Experimente und Erfahrungen (hinsichtlich der Reaktionen der Außenwelt auf diese) gemacht. ;)

    Herzliche Grüße!
    I.

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  14. Liebe Eva, ein wundervoller Post, den ich mit sehr viel Begeisterung gelesen habe. Auch ich erinnere mich noch intensiv an die Zeit, als ich Jeans entfärbte und enger nähte, die Hemden meines Vaters zweckentfremdete, schmale, dunkelbraune Samtbänder mit kleinen gelben Plastiksternchen und roten Monden verzierte und diese dann als Stirnband trug - und zum Glück hatte ich meist so liebe Eltern wie Du, die dies alles ohne oder fast ohne ein Wort des Murrens tolerierten. Selbstgemachtes mag ich noch immer sehr gern, etwas mit den Händen zu tun, macht mir, neben der Kopfarbeit, einfach große Freude. Und was ich Dir schon immer gern in Dein Blog schreiben wollte, jetzt hiermit tue: Ich liebe Deine Kunst!
    Herzlichst, Isa

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  15. Ach ja, die Jeans wurden so lange getragen bis sie völlig durchgewetzt und zerschlissen waren, überall faustgroße Löcher hatten. Alte, langärmlige Herrenunterhemden habe ich - ebenfalls im Kochtopf - in Pastellfarben (lila, hellblau, hellgelb)eingefärbt, die wurden dann in Kombination mit den kaputten Jeans zum favorisierten Kleidungsstück.

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  16. liebe eva, ich bin sehr begeistert von deinem tollen bericht der so so interessant und aufschlussreich aus deiner schöpferischen vergangenheit erzählt. danke auch für deine einladung zur plauderei, aber im moment schaffe ich es leider nicht, weil das büro meine meiste zeit einfordert und der kleine mann mit den kitaferien auch seine aufmerksamkeit braucht. ich würde auch so gerne so etwas tolles zusammenfassen, komme aber leider im moment nicht dazu, ich hoffe du verstehst!
    liebe grüße, wiebke

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  17. Einen tollen Blog hast du! Habe ihn gerade entdeckt! Und das ist ja Ungarisch :)
    Der Baum in deinem Shop mit dem Vogelhäuschen sieht so toll aus!
    Liebe Grüße, Marie

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