Montag, 7. September 2015

Auf der Suche nach Bullerbü

Der kühle Herbstwind fegte gleich am ersten Herbsttag die ersten Regenwolken zu, als wollte er uns  daran Erinnern, dass es mit der süßen sommerlichen Leichtigkeit nun endgültig vorbei ist.
Vielleicht erleichterte es tatsächlich den Einstieg in den Alltag, trotzdem fiel es uns schwer die Stille, das satte Grün, die klare Waldluft, die plätschernden Bäche und spiegelglatte Seen hinter uns zu lassen. Die Erinnerungen an die wundervollen Bullerbütage werden uns bestimmt noch an einigen trüben Herbstabenden wärmen.





Die Geschichten der Kinder aus Bullerbü, Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf, Madita, Karlson vom Dach, Ronja Räubertochter gehören bei uns seit einer ganzen Weile schon zum beliebtesten Vorlese-, Film- und Hörbuch- Repertoire.
Wie oft haben wir fragen gehört: Gibt es wirklich ein Wald mit so viel Moos, wie bei Ronja? Wo ist Büllerbü? Sind dort alle Häuser so Rot? Wie alt sind jetzt Lasse, Bosse, Lisa und co. Leben sie noch?  Gab es sie wirklich? Wo sind jetzt die geschnitzten Holzmännchen von Michel?
Bevor diese Fragen verschwinden und an die Stelle der Astrid Lindgren Helde andere treten, wollten wir sie besuchen, an ihren Pfaden wandern, mit Leib und Seele uns in ihre Geschichten vertiefen.
So entschieden wir uns, unsere Urlaubstage dieses Jahr in einem kleinen Dorf in Smaland in Schweden zu verbringen.


Und tatsächlich, egal wo man auch hingeht und schaut, Smaland steckt voller Märchen, Sagen und Legenden.
Einige Male hatten wir das Gefühl, auf virtuelle Seiten schwedischer Kinderbücher zu spazieren. Elsa Beskows Wichtelkinder könnten ebenso zwischen Moosbewachsenen Steinen hervorsschlüpfen, wie die Rumpelwichte von Astrid Lindgren.
Stehen wir vielleicht gerade in Ronja Räubertochters Schlucht? Schlug hier auch mal ein gewaltiger Blitz hinein und spaltete den Berg?



Hören wir vielleicht die 1000 Jährige Eiche Geschichten flüstern, wenn wir ganz leise horchen?
Was erzählt sie uns? Was hat sie alles schon gesehen? Wen hat sie schon Schatten gespendet? 



Wackelt der riesige, vom wütigen Riesen hingeworfener Findling wirklich? Schaffen wir ihn gemeinsam zu bewegen?


Finden wir vielleicht auch Krebse im See, wenn Michel und Alfred so viel fangen konnten?


Können wir am Bach die Bullerbü Mädchen beim Froschküssen belauschen?



Die schönsten Geschichten verbergen sich wirklich auf Wald, Wiesen zwischen Preiselbeersträucher und Elchspuren, sind vom Fuchs und Dachs beschnüffelt und von zahlreichen Vögel besungen,  aber auch in so einigen alten, roten Holzschuppen meint man manchmal Peterson poltern hören.



Wir gestatten ein Besuch bei Michel (eigentlich auf schwedisch Emil) auf dem Katthulthof und begrüßten die Ur-ur-urenkel vom Pferd Lukas, der Henne Hinke Lotta und Knirpsschweinchen und zählten im Tischlerschuppen mit ganz wenigen letzten Sommerbesuchern die Holzmännchen.


Wir schlenderten am Nord-Süd- und Mittelhof vorbei und Emil hatte so in der Nachsaison die ganze Scheune zum Heuhüpfen fast für sich allein.




Wir verzichteten auf die Miniaturwelten von Astrid Lindgrens Welt und Nils Holgerson - auch wenn sie angeblich ganz ansprechend für Kinder sein sollten - und schlenderten lieber auf selbst getretenen Pfaden.



Bei den wenigen Städtebesuchen  konnten wir Emils geringere Begeisterung steigern, wenn wir Dank der zahlreichen gelesenen Büchern eine Verknüpfung fanden.
Astrid Lindgrens Geburtshaus in Vimmerby mit Pippis Limonadenbaum im Garten waren mehr, als verlockend. Das großartige Museum mit einer ganz modernen Audioführung in mehrere Sprachen - für Kinder mit eigenen, auf den Alter zugeschnittenen Text - war ein riesen Erlebniss für Groß und Klein.
Wir besuchten Eksjö Stadt, worüber Alfred auf Katthult so fröhlich sang, ("In der schönen Eksjö Stadt, tanzt man die Polka so leicht und so glatt")  und Hultsfred wo er Militärdienst leistete, oder aber Jönköping, wo nach den Erzählungen der alten Kröse Maja damals die Typhus ausbrach und Michel sich stark inspiriert fühlte klein Ida blau zu bemalen.
Die alten Hörspielkasetten liefen immer, bis wir am Ziel ankamen. Sie waren ein Trost, auch wenn Jönköpings Menschen statt in Tyhpusblau, in schicke skandinavische Mode gehüllt durch die moderne Stadt schlenderten.

Smaland ist voller Geschichten, ob in der Stadt, oder auf dem Land.  Hier steckt für jeden ein bisschen Bullerbü. Man muss nur ganz aufmerksam horchen und sich vom kindlichen Neugier und Begeisterung leiten lassen.












 


Kommentare:

  1. .... ein schwedentraum! tolle fotos, tolle worte! bewahrt euch die tollen eindrücke, herzliche waldgrüsse, dunja

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  2. Wie schön von Dir zu lesen :-)
    Und danke für den wunderschönen Ausflug!!
    Deine schönen Bilder und Geschichten führten mich zu meinen wunderbaren Schweden Erinnerungen zurück!
    So ein schönes und zauberhaftes Land,
    viele liebe Grüße,
    Kerstin

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  3. Wie schön, wieder in diese Welt einzutauchen. Kein Wunder, dass es so viele hervorragende schwedische Kinderbücher gibt - bei diesen Inspirationen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Ein Traum...
    Schön, dass du wieder zu lesen bist!
    Herzlichst
    Astrid

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  5. Zauberhaft..., so schöne Fotos und so liebevoll erzählt aus dieser geheimnisvollen Welt. Freut mich sehr, dass du das mit uns teilst... Willkommen zurück und lieben Gruß Ghislana

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  6. Märchenträume werden wahr - wundervoll!
    Liebe Grüße
    Christiane

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  7. Vielen Dank für diese schönen Erinnerungen. Wir sind 2011 auch auf Astrid Lindgrens Spuren gereist und es war mein wunderwunderschönster Urlaub. Ich hoffe so, wir machen das nochmal ;-)
    Ward Ihr auch in Mariannelund und habt Ihr auch Elche gesehen? Und Blaubeeren und Preiselbeeren gesammelt? Und Riiiiesenpfifferlinge entdeckt? Ach und in Vimmerby die Orte besucht, wo das Kindermädchen von Madita getanzt hat, den Viehmarkt von Michel, das Haus, von dessen Dach Astrid Lindgren als Mädchen sprang? Gibt es noch die Petterson und Fiindus Ausstellung? habt Ihr auch Eriksjhälpen entdeckt? Ich muss dringend wieder nach Smaland ;-)
    Liebste Grüße
    Jana

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    1. Liebe Jana, JA, wir waren in Mairannlund und wir saßen Abend für Abend in Lauer am Waldrand, ich habe so viele Preiselbeeren gesammelt, dass ich nicht im Ferienhaus eingekochen musste. ( post folgt die tage) beihnahe alle Spuren von den ganze Astrid Lindgren Helden entdeckt und wir konnten Emil kaum aufhalten keinen waghalsigen Sprung vom unseren "Ferienscheunendach" zu leisten. Oh ja! Wir auch! Wieder nach Smaland! Liebe Grüße, éva

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  8. ..das Bedürfnis nach waldiger Luft .. Weitblick und Ruhe kann ich so nachfühlen liebe Éva .. Sonntags ganz früh morgens in der Eilenriede ist es auch ein wenig wie Schweden .. nur ein klein wenig .. laß uns den Holunder dort ernten vor allen anderen :) psssst

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    1. gerne susanne, ich habe noch meine geheimstelle. vielleicht schaffe ich es noch die woche hinzufahren.

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  9. Wow! Wunderschöne Eindrücke! Ich habe selbst Freunde aus Schweden, die auch jeweils Häuser eingebettet in Wald und Wiese haben. Da bekomme ich direkt Fernweh :)

    Bitte mehr davon! ;)

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  10. ich bin hin und weg von deinem wunderbaren bericht! da kommen bei mir soo viele erinnerungen an astrid lindgrens bücher hervor - immer und immer wieder vorgelesen und gelesen und die filme geschaut. aber wir waren leider nie in smaland. deshalb sind deine bilder ganz besonders willkommen!
    ganz liebe grüße von mano

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